Wohngruppe Oranienburg

Einrichtung WG Oranienburg
Wohngruppe Oranienburg

Ansprechpartner: Janko Sprenger
Telefon: 01 75 – 1 65 00 93
E-Mail: janko.sprenger@jochen-sprenger.de

Adresse: Heidelberger Platz 3, 16515 Oranienburg
Telefon: 0 33 01 – 53 87 29


In der Wohngruppe Oranienburg werden Mädchen und Jungen im Alter ab 6 Jahren aufgenommen. Sie beherbergt in ihrer soliden Altbauvilla je 6 Kinder in 2 heilpädagogischen Gruppen. Die Gruppen setzen sich aus Mädchen und Jungen zusammen und werden je nach Störungsbild und Alter strukturiert. Dabei gibt es eine „Mentorengruppe“.

Wer den Umgang mit Geld und Lebensmitteln im Wesentlichen beherrscht und im 14. Lebensjahr ist, kann in die Mentorengruppe wechseln. Außergewöhnlich ist, dass die Gruppen flexibel gestaltet werden können. Gibt es Kinder, die sich für die Mentorengruppe qualifizieren, wird die Anzahl innerhalb dieser Kleingruppe erweitert ohne die Gesamtzahl der Bewohner zu verändern. Das gilt auch für die Eingliederungsgruppe. Somit sind wir in dem Haus flexibel bei der Aufnahme. Mit dieser Möglichkeit können wir spezieller auf den Einzelnen reagieren und wertschätzender handeln, als es statische Konzepte ermöglichen würden.

Auf den ersten Blick scheint es ungewöhnlich, in einem Haus zwei getrennte Gruppen zu unterhalten. Unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass sich die Persönlichkeitsfindung unserer Kinder und Jugendlichen im Spannungsfeld von Identifikation und Distanzierung vollzieht. Häufig erfolgen dabei Gruppendefinitionen um die Frage, was kann ich und was kann der andere. Auffällig waren die Zuteilungen, die die Kinder selbst unter sich verhandelten. In der Entwicklungspsychologie werden für jedes Lebensalter spezielle Lebensthemen beschrieben. Bei dem Streben nach Autonomie, nach Identität und dem entsprechenden spielerischen Ausprobieren benötigen Kinder und Jugendliche hinreichende Unterstützung, Begleitung, Bestärkung und ausreichende Motivation durch uns.

So wird eine Entwicklungsstufe erreicht, die sich in Form von Reifeprozessen beschreiben lässt und bei denen sich die Kinder und Jugendlichen selbst als „Jüngere“ und „Ältere“ separieren und definieren lassen. Gleichzeitig entsteht eine hohe Wertschätzung und das Anerkennen von Problemen.

Auch das ist ein zentraler Grund unserer Aufteilung – das Annehmen von Ressourcen. Ein älteres Kind kann zum Beispiel mehr Verantwortung übernehmen, das heißt er darf auch mehr Freiheiten genießen. Ein anderes Kind wäre damit überfordert und braucht dagegen vorgegebene Strukturen. Jedes Kind braucht nach seinen Leistungen die angemessene Struktur. Diese muss aber, um wirksam zu sein, auch als Sicherheit und Entwicklungsraum erkannt bzw. anerkannt werden und nicht als Einschränkung. Je nach dem eigenen Entwicklungsstand kann jedes Kind mit entscheiden, für welche Privilegien und Verantwortungen es schon bereit ist. Wichtig ist dabei aber, dass es sich an die für die Gruppe definierten Regeln hält.

In beiden Gruppen kann es zu Wettbewerben kommen. Das ist durchaus erwünscht, wenn die Bedingungen fair und transparent sind. Es gibt Verstärker, die gruppenspezifisch sind und es gibt Hausverstärker, die sich auf die Hausgemeinschaft beziehen. Flankierende Hilfen sind die Lerntherapie und die SP® sinnesspezifische Pädagogik sowie die Freizeitpädagogik und bei Bedarf Psychotherapie.